8 - 07 Transformatorische Bildungstheorie [ID:61266]
50 von 639 angezeigt

Die individuelle Reflexivität wird damit zu einem zentralen Moment der gesellschaftlichen Integration.

Das wurde schon andeutungsweise in der letzten Lehr-Einheit deutlich

wo die Frage nach dem Allgemeinen

beantwortet wurde mit der Desintegration

also mit dem Zerbrechen dieses Allgemeinen

wenn Sie sich erinnern durch das Eindringen

durch die Autonomisierung von gesellschaftlichen Systemen

die in ihren eigenen Logiken Eindringen in die Lebenswelten und zu Pathologien nach Habermaß der Lebenswelten führen.

Wie wir jetzt heute gesehen haben

auch im Zuge der Krisen

die Modernisierungsprozesse insgesamt auslösen

zu Individualisierungstendenzen oder eben auch zum Individualismus.

Die Ganzheit kann nicht mehr objektiv hergestellt werden.

Nur die Desintegrationseffekte können aufgefangen werden durch die Komplexitätssteigerung auf Seiten der Individuen

die der Komplexität der gesellschaftlichen Lebenswelten

und wir müssen ja auch sagen

die sind ja nicht nur gesellschaftlich im Sinne von symbolischen Lebenswelten

sondern das betrifft ja auch das zu Beginn der Vorlesung

auch stark thematisierte Naturverhältnis

also die kompletten weltbezogenen Umstände in diesem Sinne.

Diese müssen also reflexiv nun vom Individuum eingeholt werden

da die normativen Folien und die Tradierungen

die das vorher regeln konnten

auch Geltungsverlusten unterliegen.

Und dies hat ebenfalls auch bereits Habermas in der 1981er zuerst erschienen Theorie des kommunikativen Handelns

deutlich herausgestellt.

Es ist interessant, wie dies hier auch als eine neue Forderung von Habermas bereits formuliert wurde.

Er schreibt also dort

im Zuge des Individualierungsprozesses muss der Einzelne seine Identität

hinter die Linien der konkreten Lebenswelt und seines an dieser Herkunft haften den Charakters zurücknehmen

um hier gleich einzuhaken, hinter die Linien der konkreten Lebenswelt.

Das heißt

hier wird schon im ersten Satz des Zitates gefordert

dass der Einzelne im Prinzip sich von dem lösen muss

was er gelernt hat und wo er herkommt.

Er muss also bereit sein, eine Distanz dazu einzunehmen, zu dem, was man nun mal ist,

weil man ist an einem bestimmten Standort, an dem man aufgewachsen ist,

beispielsweise mit bestimmten Werken

die sich damit verbinden

weil man es eben so geworden ist.

Also hier merken Sie schon

Identität ist nicht einfach nur

was man hat für Habermas an dieser Stelle

sondern es ist eine eine Zumutung damit verbunden und zwar die Zumutung

sich eigentlich von dem zu distanzieren

also dahinter zurückzunehmen sozusagen

was eben daran hängt und also irgendetwas Neues dann eben auch zu werden.

Hier geht es ja um die Identität.

Die Identität des Ich, schreibt er weiterhin, kann dann nur noch über die abstrakte Fähigkeit stabilisiert werden,

auch angesichts inkompatibler Rollenerwartungen und im Durchgang durch eine Folge widersprüchlicher Rollensysteme

Teil einer Videoserie :

Zugänglich über

Offener Zugang

Dauer

00:33:34 Min

Aufnahmedatum

2026-01-13

Hochgeladen am

2026-01-13 00:30:34

Sprache

de-DE

Einbetten
Wordpress FAU Plugin
iFrame
Teilen